Dienstag, 18. Oktober 2016

Wärmeschrank für kalte Werkstatt

Bei unbeheizten Werkstätten ist Frost im Winter immer ein großes Problem. Farben, Lacke, Leim und besonderes moderne Lithium Akkus, wie sie zB. bei Akkuschrauber verwendet werden haben  ein großes Problem mit diesen tiefen Temperaturen und müssen davor geschützt werden. Neue Akkus sind sehr teuer und es zahlt sich daher aus, in einen "Wärmeschrank" zu investieren.

Wie aus dem Bild ersichtlich ist, habe ich einen alten Kühlschrank "umgepolt" und zum Wärmeschrank umgebaut.

Alte Kühlschränke gibt es haufenweisen auf Schrottplätzen, meist auch gratis zum abholen. Natürlich sollte drauf geachtet werden, dass bereits das Kühlaggregat ausgebaut ist, und somit das Kühlmittel umweltgerecht entsorgt wurde. Mein ursprünglicher Plan sah vor, einen funktionierenden Schrank zu ergattern. Das hätte den Vorteil von gut temperierten Bier, zu jeder Jahreszeit, gehabt. Allerdings war mir das nicht vergönnt und somit kann ich lediglich im Winter ein kühles Blondes genießen...

Die Geschichte startet somit mit einem entsorgten Kühlschrank:
Der Aufkleber verrät, dass das Gerät in seinem früheren Leben der Energieeffizienzklasse A+ zugeordnet war. Das verspricht einerseits ein sehr effizientes Kühlaggregat, was in meinem Fall aber nicht benötigt wird, andererseits eine hervorragende thermische Isolierung. Dadurch arbeitet dieser Wäremschrank in Zukunft auch sehr effizient.

Wärmequelle

Als Elektronikbastler hatte ich natürlich einiges Material über die Jahre angesammelt. Unter anderem auch Leistungswiderstände mit 3,3kOhm. Allerdings wären das bei 230V nur 16W was mir eine Spur zu wenig erschien. Ich wollte in etwa 50W erreichen und montierte darum 3 Widerstände desselben Typs auf einen Aluminiumkühlkörper, der zukünftig als Heizelement dienen soll.
Nun hat nicht jeder derartige Widerstände zu Hause. Alternativ funktionieren auch einfache Glühlampen als Wärmeerzeuger. Aber es müssen schon Glühlampen sein. LED oder Energiesparlampen funktionieren aufgrund des besseren Wirkungsgrades nicht. Auch rate ich zu mindestens zwei Glühlampen, sollte mal eine kaputt werden. Passende Fassungen sind leicht erhältlich

Thermostat

Als Temperaturregelung wird ein einfaches Raumthermostat verwendet.
Bei diesem wird einfach die gewünschte Temperatur eingestellt und via interne Schaltkontakt wird die Wärmequelle entsprechend der Temperatur Aus- und Eingeschalten.

Zusammenbau

Via Distanzbolzen würde der Aluküher im Kühlschrank ganz unten platziert, da ja bekanntlich Wärme aufsteigt. Dazu müssen in den Kühler Löcher gebohrt und Gewinde geschnitten werden, in welche anschließend die Distanzhalter eingedreht werden. Ebenso müssen in den Schrank Löcher gebohrt werden, durch die dann die Widerstände via Schrauben montiert werden.
Ebenfalls muss auch das Thermostat am Kühlschrank befestigt werden. Das kann entweder geklebt oder mittels kurzer Holzschrauben geschehen.
Alles verkabeln und fertig ist der Schrank. Der metallische Heizkörper muss im Übrigen geerdet werden, und es muss ein Berührschutz für die einfach isolierten Kabel montiert werden. Am besten lässt man das einen Elektriker anschließen...


Platz findet der Wärmeschrank direkt neben meiner Werkbank.






Kommentare:

  1. Wo bewahrst du eigentlich schwere Materialien auf? Ich hatte das Problem, dass all meine Werkzeuge, Farben, etc. so zahlreich geworden sind, dass das Regal, auf dem ich sie bis dato gelagert habe, durchgebrochen ist... Habe mir jetzt fürs erste mal ein Palettenregal bestellt von http://www.palettenregal-shop.de/Palettenregal. Die haben auch etwas kleinere Modelle, die nicht unbedingt eine Lagerhalle voraussetzen.
    Wie regelst du das mit deinen Werkzeugen usw? Sind ja wahrscheinlich auch doch recht schwer.

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  2. Hey, 'coole' Idee, den Kühlschrank umzubauen :-)
    Hier wird's zwar meist nicht ganz so superkalt, aber um das schlimmste abzuhalten könnte bei mir auch schon die pure Isolierwirkung vom Kühlschrank reichen!
    Danke für die Idee!!
    Viele Grüße
    Daniel

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    1. Hallo Daniel,
      Schön von dir zu hören!
      Ich hab leider nur eine Decke aus Holzbrettern, von da her ist die Innentemperatur der Werkstatt fast gleich der Aussentemperatur. Darum die Heizung. Das Ding isoliert aber echt gut.

      Schöne Grüsse,
      Stefan

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  3. Lieber Stefan,

    sehr schöner Beitrag! Ich verfolge deinen Blog schon seit längerem und melde mich nun auch endlich mal zu Wort. Ich wollte nur sagen, dass deine Arbeit wirklich geschätzt wird. Dein Blog ist sehr lesenswert - wenn es um Praxistipps geht, fokussierst du dich auf das wichtigste; dein Schreibstil ist sehr angenehm. In diesem Artikel hast du die Bilder auch wieder sehr passend eingearbeitet. Mach auf jeden Fall weiter so!

    Liebe Grüße und ein Schönes Wochenende,
    Andres

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