Montag, 30. Januar 2017

Änderungen bei der Heizung

 
 Im früheren Artikel (Holzvergaserkessel selber einbauen Teil 1 und Teil 2) hatte ich ja beschrieben wie ich einen Holzofen an meine Zentralheizung angeschlossen habe. Im 2. Teil hatte ich ja schon am Schluss angemerkt, dass es noch zu Änderungen  kommen kann. Diese sind natürlich auch gekommen.... Das größte Problem dabei war aber nicht die Heizung, sondern dass sich unser Schlafzimmer direkt über dem Heizraum befindet, und sich dieses aufgrund Abwärme des Ofens und des Kamins aufwärmte.

Wenn der Holzofen während der Übergangszeit in Betrieb war, schellte die Temperatur im Heizraum auf etwa 35°C, weshalb auch die Decke wie eine zu stark eingestellte Fußbodenheizung das Schlafzimmer auf etwa 26°C aufheizte. Im kalten Winter stellt sich natürlich so eine Problematik nicht, nur in der etwas wärmeren Übergangszeit.

Maßnahme 1

Die größte Wärmeentwicklung ging dabei vom nicht isolierten Abgasrohr (Ofenrohr) aus, welches ich nicht isoliert hatte. In den Foren scheiden sich die Geister, ob man die  Abgasrohre isolieren soll oder nicht. Immerhin kann man mit dessen Abwärme locker den Raum heizen und verbessert somit den "Wirkungsgrad" des Kessels. Bei mir war's allerdings etwas zu viel des Guten und es wurde mit einer Rauchrohrisolierung isoliert.














Maßnahme 2

Auch die Kupferrohre, welche mit dem heißen Heizungswasser durchflossen werden, habe ich mit einer entsprechenden Isolierung isoliert. Die Rohre hatten mehr Abwärme als ursprünglich angenommen.




Maßnahme 3

Ich verwende die Abwärme des Kessels und heize damit den kompletten Keller auf über 25°C. Dazu habe ich in den Türrahmen der alten Heizraumtür, welche jetzt "blind" ist, insgesamt 3 Lüfter eingebaut, welche die aufgeheizte Luft an der Kellerdecke im Keller verteilen. Der Heizraum bekommt so nie mehr als 26°C.
Diese Maßnahme war die Beste von allen. Damit erzwingt mein eine Luftzirkulation im Keller und versorgt diesen gleichzeitig mit trockener und warmer Luft. Mittlerweile hängen wir unsere Wäsche im Keller auf, weil diese über Nacht (!) also binnen 8 Stunden komplett trocknet. Der feuchte Keller gehört somit endlich der Vergangenheit an.
Wie am Bild zu sehen ist, sind die Lüfter auf einen Holzbrett montiert, welches an die Wand geschraubt wurde. Optik spielt im Heizraum keine Rolle - Form follows function! Es sollte aber bei der Montage eine "Akustikbarriere" verbaut werden, so dass die Schallwellen nicht ins Mauerwerk übertragen werden. Ich hab das mit einem Trennwandband zwischen Holz und Wand realisiert.

Natürlich macht es nur Sinn die Lüfter einzuschalten, wenn auch der Ofen in Betrieb ist. Darum habe ich diese an die Speicherladepumpe (Rücklaufanhebung) angeschlossen. Stromkosten pro Jahr: 7€

Maßnahme 4

Diese wurde nur zum Teil umgesetzt. Der Kamin, in dem der Holzvergaser seine 220°C heißen Abgase ableitet, ist Bestandteil einer Schlafzimmerwand. Da der Kamin 45 Jahre alt ist und aus gemauerten Ziegeln besteht, hat dieser natürlich mit modernen isolierten Kaminen relativ wenig zu tun. Die Wand heizt sich auf und gibt die Wärme ans Schlafzimmer ab. Als Sofortmaßnahmen habe ich XPS-Platten an den Kamin geklebt um die Wärmeabgabe zu unterbinden. In weiterer Folge werden diese Platten noch hübsch verkleidet werden (müssen).


Weitere Änderungen:

Steuerung

Meine selbstgebaute Minimalsteuerung ist ein wenig erweitert worden. So habe ich Glimmlampen verbaut, welche mir den Status der Thermostate und die der Pumpen anzeigen. Desweiteren habe ich Schalter verbaut, um die Pumpen auch manuell steuern zu können. Hier habe ich auch gleich einen zweiten Heizkreis (Dabodenausbau) vorgesehen.












Thermometer

Einen Pufferspeicher hatte ich ja bereits zu Beginn mit Thermometern ausgestattet. Der zweite hatte die Abgänge seitlich und ein Einbau von diesen Tauchthermometern machte daher wenig Sinn, da diese so nicht im direkte Blickfeld waren. Also habe ich Thermometer mit Fernfühler bestellt, und diese optisch ansprechend am Pufferspeicher verbaut...gehobelte Fichte.













Jetzt habe ich alle Temperaturen stets im Überblick!


Anheizklappe

Eine Krankheit der Atmos Holzvergaser ist eindeutig die Anheizklappe (AHK). Diese wird über ein Gestänge an der Front zum Anheizen geöffnet, um den Rauchgasen einen direkten Weg in den Schornstein zu ermöglichen und den Wärmetauscher zu umgehen. Eigentlich eine gute Idee. Allerdings dürfte sich bei meinem Ofen diese Klappe im Betrieb ein wenig öffnen, so dass ein Teil des Holzgases ungenutzt in den Schornstein entweichen konnte. Der Holzverbrauch steigt dadurch, was auch bei mir der Fall war. Besonders schlimm war es bei mir, wenn ich während des Anheizens, bei geschlossener  AHK die Füllraumtür öffnete. Durch den Unterdruck, den der Ventilator erzeugt, öffnete sich die Klappe und der Wirkungsgrad sank in den Keller. Auch sonst dürfte die Klappe immer ein wenig geöffnet gewesen sein, da der Holzverbrauch ab und an noch relativ hoch war und starken Schwankungen unterlag. An der Abgastemperatur war allerdings nicht zu bemerken.
Als Lösung habe ich eine Feder zwischen Gestänge und Sicherheitsgruppe gespannt, welche die Anheizklappe permanent zu zieht. Der Holzverbrauch ist markant gesunken und liegt nun auf einem konstanten Level. Damit die AHK während des Anheizens geöffnet bleibt, muss der Hebel mit einem Stück Holz blockiert werden. Billig und einfach aber effektiv.









Zugbegrenzer

Bei der Abgasmesseung wurde ein Schonsteinzug von 0,30mbar gemessen. Mein DC25GS sollte aber nur 0,23mbar haben, weshalb ich mich für den Einbau eines Zugreglers entschieden habe. Mit diesen erhält der Holzvergaser einen konstanten Zug und hat bessere Voraussetzungen für eine optimale Verbrennung.
Wie ich den Zugbegrenzer eingebaut habe, zeige ich in einem eigenen Beitrag.


Heizraum Überwachung

Ein bisschen Elektronik muss es dann doch sein. Um nicht immer in den Keller laufen zu müssen und nachsehen wie weit die Puffer noch gefüllt sind bzw. wie weit der Ofen mit seinem Abbrand gerade ist, habe ich mir eine Wifi-Kamera im Heizraum montiert, mit der ich jetzt Weltweit mit dem Handy den Heizraum kontrollieren kann. Und das Ganze hat nicht mal 20€ (inkl. Versand!!)gekostet, nämlich bei dem Chinesen Banggood: Hier die Kamera














Montiert habe ich die Kamera an der Decke und diese kann mit der App in alle Richtungen gedreht und geschwenkt werden.
Alle Temperaturen und Einstellungen am Handy im Überblick:













Da die Kamera über Infrarot LED's verfügt ist es auch nicht notwendig das Licht eingeschaltet zu lassen. Es lassen sich auch in der App Positionen speichern, die auf Tastendruck direkt angefahren werden. Eine tolle Sache!



Weiterführende Links
Holzvergaserkessel selber einbauen Teil1
Holzvergaserkessel selber einbauen Teil2
Atmos Düsenschutz selber bauen

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