Dienstag, 13. Januar 2015

Scheppach CS 55 Kabel tauschen

Nachdem vor Weihnachten ein Baumarkt in Österreich ein sehr gutes Angebot hatte, habe ich zugeschlagen und mir eine Scheppach CS 55 ( Impos, Eigenmarke des Baumarktes) geleistet. Da es von der Maschine schon genug Testberichte gibt (zB. von Heiko Reich oder Michael Hild), werde ich hier keinen neuen schreiben, sondern beschreiben wie ich gewisse Schwächen der Maschine beseitigt habe. Beginnen möchte ich dem viel zu kurzem Kabel, welches ich durch ein Längeres ersetzt habe.
Achtung: Durch diesen Eingriff erlischt die Garantie!

 
Von einem alten Staubsauger hatte ich noch ein Kabel mit Stecker rumliegen, welches ca. 4,5m lang ist. Üblicherweise ist das Tauschen eines Kabels nicht eine allzu große Hexerei, das gilt jedoch nicht für die Scheppach. Nahezu die komplette Maschine muss man hierzu zerlegen, weil der Deckel für die Verkabelung an der Innenseite liegt, und einige Schrauben von außen unerreichbar sind.

Sägeblattgehäuse entfernen

Zuerst muss der Abdeckung des Sägeblattes abgeschraubt werden und das Sägeblatt herunter genommen werden.












Danach kann die Mechanik des Spaltkeils abgeschraubt werden.

Ebenfalls sollte die Schnitttiefenverstellung abgenommen werden, da sich so der Motor später leichter entnehmen lässt. Hierzu die 5 Schrauben an der Innenseite der Sägeblattabdeckung abschrauben.
Mit einer Sicherungsringzange kann man den Sicherungsring der Achse für die Schnitttiefe entfernen. Anschließend den Bolzen mit einen Hammer und Durchschlag aus dem Gelenk schlagen.












Jetzt wird der Motor der Tauchsäge von der Grundplatte abgenommen.

Getriebegehäuse öffnen

Beim Motor sind die Schrauben des Getriebes und der Abdeckplatte zu lösen. Hier sollte vorsichtig vorgegangen werden, da die Schrauben (vor allem beim Getriebe) von minderer Qualität sind. Bei meiner Maschine hat sich der Kreuzschlitz bei einem Versuch so abgenutzt, daß ein Öffnen unmöglich war. Also habe ich mit einem Dremel einen Schlitz in die Schraube geschnitten und diese dann mit einen Schlitzschraubendreher lösen können.










Um den Schwenkarm abschrauben zu können, ist der Arretierungshebel zu entfernen und danach die Schrauben im Inneren des Arms zu lösen.


Ich rate hier zur Vorsicht. Der Rotor sollte nicht großartig bewegt oder herausgezogen werden. Dies könnte zu Schäden im Motor führen.

Neu verkabeln

Um zur Verkabelung zu gelangen, ist es jetzt möglich den Deckel des Griffes abzuschrauben.
Durch lösen der Zugentlastung und abstecken des braunen bzw. abschrauben des blauen Kabels kann das originale Kabel ausgebaut werden. Das neue Kabel sollte am blauen Ende mit einer Aderendhülse und am anderen Ende mit einem Kabelschuh versehen werden. Da der Kabelschuh beim Originalkabel mit einem Schrumpfschlauch isoliert ist, habe ich dies auch beim neuen Kabel gemacht.












Ist das Kabel fertig vorbereitet kann es auch schon eingebaut werden.



Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Es sollte bei diesem Eingriff auf Sauberkeit geachtet werden, damit kein Schmutz o.ä. in das Getriebe oder den Motor gelangt. Der Umbau, so wie alles andere auch von diesem Blog, erfolgt auf eigene Gefahr.

Wenn die Maschine wieder komplett zusammengebaut ist, sollte der rechte Winkel des Sägeblattes zur Grundplatte nochmal überprüft werden. Ebenfalls habe ich die Schnittkante mit der Führungsschiene nochmals überprüft.

Überarbeitete Führungsschiene von Scheppach


Kommentare:

  1. Hallo Stefan,

    danke für den Einblick in die Maschine. Bis jetzt kannte ich sie nur von außen. Wenn ich ehrlich bin, bestärkt Dein Artikel mich dabei, die Scheppach/Woodster/usw nicht wirklich zu empfehlen.
    Alleine der Aufwand, der betrieben werden muss, um das Netzkabel zu tauschen, kann nicht sein. Zeugt es doch davon, dass die Maschine gar nicht konstruiert wurde, um wirklich repariert zu werden. Normalerweise ist der Wechsel eines Netzkabels eine Sache von paar Minuten.
    Auch das kein vernünftiger Schalter, sondern nur ein Mikrotaster verbaut wurde, lässt mich etwas blass werden.Da ist doch ein 1200W(??) Motor drin.
    Die Lüsterklemme und dass an dem Netzkabel zwei versch. Stecker dran sind ist auch noch so ein Punkt.

    Grüße
    Michael

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  2. Hallo Michael,
    Da muss ich dir recht geben. Kabel tauschen kann auch einfacher gehen. Hätte man bei der Konstruktion der Maschine nur 5min länger überlegt, wär man bestimmt zu dem Schluss gekommen, die Verschraubungen des Griffes an die Außenseite zu legen. So wär ein Kabel- und Schaltertausch jederzeit leicht möglich. Aber: Jeder würde auch die katastrophale Elektrik sehen. Lüsterklemmen sind eigentlich auch schon ein No-Go. Verschieden angeschlagene Kabel in unterschiedlichen Längen sehe ich jetzt nicht so als Problem. Da gibt’s schlimmeres.
    Der Schalter mag bestimmt eine Schwachstelle sein, ist aber als Ersatzteil relativ leicht und billig von Conrad, Pollin, etc... zu besorgen.
    Über das alles schaue ich aber hinweg, denn die Sägeergebnisse sind durch aus mit teureren Maschinen vergleichbar (anständiges Sägeblatt vorausgesetzt). An den dafür entscheidenden Stellen wurde nämlich nicht gespart. So ist der Schwenkarm aus Aluminium und relativ breit ausgeführt. Da wackelt einfach nichts. Bei der Schiene sollte man allerdings ein wenig nacharbeiten.
    Für dich als HOLZwerker, der wahrscheinlich täglich mit der Maschine arbeitet, würde ich auch eindeutig zu einer Premium-Marke greifen, da hier Handling, Lebensdauer, uvm. deutlich besser sind. Aber ich benötige so eine Maschine vielleicht 5x im Jahr, und da zahlt sich viel mehr einfach nicht aus. Es ist wohl eher eine Frage der Intensität der Verwendung…

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    1. Moin,

      mit den unterschiedlichen Steckern meinte ich, das 99% aller Netzkabel am Ende Aderendhülsen haben. Anschließen und fertig. Bei der CS 55 siehste ja selbst muss noch was umgepresst werden.

      Grüße

      Michael

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  3. Hallo zusammen,
    mir stellt sich auch immer die Frage warum manche Firmen so kurze Kabel verbauen. Dann lieber das Produkt etwas teurer verkaufen.

    Gruß Patrick

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    1. Viele Kunden wollen einfach nur billig. Ein 1 Eur mehr bei den Bauteilen macht am Ende 10 Eur mehr am Preis hier in Europa, und das kann schon entscheiden ob der Baumarkt nur 1 Palette von den Dingern oder 5 Paletten voll verkauft. Da ist die Denke eine andere für den Baumarkt

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  4. Das ist halt typisch für eine Konsumentenmaschine. Alles nur auf schnelle Erstmontage optimiert, sodass die Baugruppen optimal einfach gefertigt werden können. Auch bei anderen Einfachmarken wie z.B. Einhell sind solche "Sünden" zu finden.
    Bei uns im Baumarkt gabs die Maschine von Scheppach schon um 110 EUR - da muss halt an jedem Cent gegeizt werden, egal ob Schalter oder Kabel
    Für mich wär das nix, aber wenn Du das Ding nur alle Jahre mal auspacken tust, dann ist das schon ok...

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