Donnerstag, 9. April 2015

Kabel an LED-Strips löten

LED-Strips erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Dank ihrer flexiblen Bauweise und der selbstklebenden Rückseite können sie auch an den unmöglichsten Positionen verbaut werden. Verkauft werden die Stripes meist in Längen von 4 bis 10m. Allerdings kann man selten ein so langes Stück in Einem verbauen. Glücklicherweise können die meisten in ca. 5 bis 10cm Abständen gekürzt werden. Nun steht man jedoch vor dem Problem, bei den abgeschnittenen Stück einen neuen Anschluss herzustellen, der auch eine gewisse mechanische Stabilität mit sich bringt.
Verwendetes Werkzeug:

      

Die LED's gibt es in wasserdichter Ausführung, mit unterschiedlichen Farben uns Leistungen zu kaufen. Jedoch ist meist nur ein Anschluss am Beginn des Stripes verbaut.









Am linken Bild ist eine wasserfeste Variante mit Silikonüberzug und am rechten Bild eine ungeschützte Variante zu sehen.
Getrennt können die Leuchten an den dafür vorgesehenen Stellen mit einem scharfen Messer oder einer Schere werden.  Wie auf dem Bild zu sehen ist befinden sich an so einer Trennstelle beidseitig neue Pads für die Anschlüsse.
 Der originale Anschluss eines Stripes sieht so au aus:








Silikon entfernen

Um ebenfalls so einen herstellen zu können muss bei einer wasserfesten Version zuerst das Silikon entfernt werden. Bei herkömmlichen Versionen entfällt dieser Schritt.
Mit einem scharfen Messer wird die Silikonschicht bis zum Folienleiter durchgeschnitten. Vorsicht, nicht die Folie durchtrennen! Die Kontakte müssen frei von Silikon sein.








Löten

Anschließend sollten die freien Kontaktflächen mit dem Lötkolben und Lötzinn verzinnt werden.












Dasselbe geschieht mit den Kabeln. Ich habe hier beispielhaft nur kurze verwendet, die Kabel können jedoch mit beliebiger Länge angelötet werden. Es sollte nur so viel wie nötig abisoliert werden. Im Normalfall reichen 2mm.


Das verzinnen der Pads und Kabelenden wird deshalb gemacht, damit beide Seiten anständig mit dem Lot benetzt sind und somit "kalte Lötstellen" nahezu ausgeschlossen werden können. Wie in der Elektronik üblich sollte Lötzinn mit innenliegendem Flussmittel verwendet werden. Wenn man löten kann, wird ein anderes Zinn auch funktionieren. Für ungeübte ist es aber so am einfachsten.

Die Kabel werden nun mit dem LED-Strip verlötet. Hier ist auf die richtige Polarität zu achten, zumindest sollte man sich merken welche Farbe auf welchen Pol gelötet wurde.
In der Regel ist rot Plus und schwarz ist Minus. Es ist auch drauf zu achten, dass kein Kurzschluss zwischen den Lötstellen entsteht und mit dem Lötkolben nicht zu lang auf den Folienleiter geheizt wird. Dieser kann dadurch Schaden nehmen.


Heißkleber und Schrumpfschlauch für mechanische Festigkeit

Um das ganze jetzt mechanisch stabiler zu bekommen werden die Lötstellen mit Heißkleber überzogen.











Anschließend wird ein Stück Schrumpfschlauch über die Lötstelle mit Heißkleber gesteckt und mit einer Heißluftpistole umschrumpft. Im Notfall genügt auch ein Feuerzeug anstatt der Heißluftpistole. Der heiße Luftstrom sorgt dafür, dass der Schrumpfschlauch sich verengt, der Heißkleber nochmal flüssig wird und sich im Schrumpfschlauch ausbreitet. Dadurch gelangt dieser auch in den hintersten Winkel der Verbindung und hält daher bombenfest.









Das wär's eigentlich schon....
Jetzt muss nur noch die Verbindung zum Netzteil hergestellt werden, da die LED-Strips größtenteils mit 12 bzw. 24V Spannungsversorgung angeboten werden. Idealerweise kauft man ein passendes Netzteil gleich dazu. Diese werden meist auch mit den nötigen Adaptern geliefert.

Anschluss herstellen

Da ich als Elektriker immer nur dann gerufen werde, wenn irgendwas nicht mehr funktioniert, bekomm ich auch immer diverse Bastlerarbeiten zu sehen. Teilweise müssen die Leute froh sein, dass ihnen nicht das komplette Haus abgebrannt ist, so "Konstruktionen" habe ich schon gesehen.
Deshalb möchte ich hier nochmal zeigen, wie man Litzenkabel richtig an Lüsterklemmen/Blockklemmen/Klemmen anschließt. Meistens werden die Litzen nur verdrillt oder mit dem Lötkolben verzinnt. Beides ist für eine Klemmstelle ungeeignet und kann Abbrennen! Bei der verdrillten Version haben meist nur wenige Litzen Kontakt mit Klemme während das Zinn zum kriechen neigt, sprich unter Druck sich wegbewegt. Ein Wackelkontakt entsteht.

Doch nun genug der mahnenden Worte, hier der Weg wie eine dauerhafte Verbindung realisiert wird. Die Aderendhülse ist des Rätsels Lösung.

Um diese aufstecken zu können, muss das Kabel in der richtigen Länge abisoliert werden.
Danach werden die Hülsen auf's Kabel gesteckt und verpresst. Der Fachmann wird eine richtige Crimpzange verwenden, während für den Gelegenheitselektriker eine einfache Zange aus dem Baumarkt ausreicht.
Oben eine günstige Zange aus dem Baumarkt (20€) unten die Profi-Crimpzange vom Fachgeschäft (100€). Wie gesagt, es sind beide OK, Hauptsache man verwendet sie!
Jetzt kann das Kabel an den mitgelieferten Adapter geschraubt werden, ohne Angst zu haben, dass die Verbindung nur kurze Zeit hält. Hier ist wieder auf die richtige Polarität zu achten.










Der Test ob's funktioniert:

Wird mit dem Netzteil allerdings eine Buchse mit Kabel mitgeliefert entfällt der Aderendhülsen-Schritt.
Je weniger Klemmstellen, desto besser!

Verwendetes Werkzeug:





Kommentare:

  1. Die Version Schrumpfschlauch in Kombination mit Heisskleber kannte ich noch nicht... Man lernt nie aus!

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  2. Meine ersten Lichtleisten habe ich im Baumarkt "billig" für 30 Euro für 50 cm gekauft.
    Heute mache ich alles mit LED - Strips. Erstens sehr Preisgünstig und Zweitens äusserst flexibel in der Anwendung. Zwar gibt es für die nachträgliche Verbindung entsprechende Stecker, doch ist das Fummelarbeit und nicht zuverlässig auf Dauer.
    Auch ich löte die Verbindungen schon lange. Allerdings habe ich es noch nicht mit den Schrumpfschläuchen gemacht. Gute Idee.

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  3. Konnte ein bisschen was mitnehmen, danke sehr :)

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  4. Schöne und ausführliche Anleitung zum Thema; für die Umsetzung ähnlicher Inhalte fehlt uns im Arbeitsalltag meistens einfach die Zeit. Um die Anleitung hier noch zu krönen, wäre ( gerade für wiederkehrende Leser) klickbares Inhaltsverzeichnis sowie ein kleines Video mit dem gelöteten Endprodukt ideal gewesen. Aber auch so: Sehr gut!
    Grüße,
    Alex

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    1. Es gibt ganz oben unter dem Logo eigene Inhaltsseiten (Projekte, Ideen, Maschinen/Werkzeuzg) in denen alle Projekte etc. als Bilder und Text aufgelistet sind :-)

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